19. April 2018

Was wir wollen

Eine große Wohnung irgendwo in München. Alles aufeinander abgestimmt. Die Zimmer voll mit Dingen, die wir nicht brauchen. Vor der Tür, Alltag und Routine. Wir haben Alles. Bis auf Eines: Zeit. Gemeinsame Zeit.

Was möchte ich meinem Kind mit auf den Weg geben?

Reisen verändert. Blickwinkel. Verständnis. Erwartung. Tausende Kilometer entfernt von westlichen Werten fällt es mir leichter die uns aufgesetzte Brille abzunehmen. Durchzublicken. Tausche Geld und Status gegen Erfahrung und Glück. Auf Zeit? Für immer! Das ist es, was ich Max mitgebe. Für unseren gemeinsamen Weg, und in ein paar Jahren für seinen eigenen.

Zufriedenheit

Das Streben nach mehr. Das Gefühl zu verpassen. Nach links und rechts auf die Anderen zu schauen. Weg von sich selbst. Was mir auf unseren Reisen immer wieder auffällt, sind strahlende Gesichter. Egal in welcher Situation. Denn es geht um den Moment, nicht um gestern oder morgen. Viele Gedanken, mit denen wir uns täglich beschäftigen, sind nach wenigen Minuten völlig unwichtig. Und haben uns davor doch so viel Zeit und Energie gekostet. Natürlich müssen wir nach vorne schauen, und können nicht ohne jegliche Planung durch das Leben laufen. Aber alles in Maßen. Mir werden immer mehr die schönen, ungeplanten Momente bewusst. Und welche Kunst es ist, genau zum richtigen Zeitpunkt einfach zufrieden zu sein.

Hilfsbereitschaft

Max und ich sind auf unserer Weltreise viel alleine unterwegs. Morgens. Mittags. Abends. Neuseeland. Südsee. Mongolei. Einsam fühle ich mich dabei nie. Wenn wir den Weg nicht finden oder die Kreditkarte gesperrt ist. Egal an wen wir uns in solchen Momenten wenden, Alle um uns herum sind unglaublich hilfsbereit. Wir mittlerweile unglaublich entspannt. Oft sind wir im westlichen Alltag so mit uns selbst beschäftigt, dass wir gar keine Kapazitäten haben, uns um andere Menschen zu kümmern. In vielen Kulturen ist das anders. Wohltuend. Weil es automatisch passiert. In allen Lebenslagen.

Verständnis für Andere

Blonde Haare, grüne Augen. Max sticht aus der Masse hervor. Eine Situation, die für ihn kurz ungewöhnlich war. Schnell normal wurde. Denn obwohl er anders aussieht, wird er gleich behandelt. Ohne Scheu. Ohne Angst. Unkompliziert Freunde finden. Überall. Das Annehmen und Verstehen von Menschen, die auf den ersten Blick fremd erscheinen. Für unser Leben und unsere Gesellschaft unglaublich wichtig. Für uns auf Reisen unglaublich wertvoll.

Freiheit lieben und leben

Das zu tun, was uns glücklich macht. Uns einen Sinn gibt. Abseits der Konventionen. Mutig sein. Neues tun. All das möchte ich Max mit unserer Reise vorleben: Auferlegte Muster mit Genuss brechen. Und dabei die Welt entdecken. Richtige Entscheidungen treffen. Zur richtigen Zeit. Viele Zweifel und Zweifler mussten wir auf unserem Trip zurück lassen, um dort anzukommen, wo wir jetzt sind. Auf der ganzen Welt. In einem Leben, das zu uns passt.

In einem kleinen Zimmer irgendwo auf der Welt. Nichts aufeinander abgestimmt. Der Rucksack voll mit Dingen, die wir brauchen. Vor der Tür, Abenteuer und Leben. Wir haben Alles. Vor Allem Eines: Zeit. Gemeinsame Zeit.

Janina Breitling

Janina Breitling
Reisejournalist

Auf "Bärti muss mit" zeigen Janina und Sohnemann Max wie man ohne Stress, dafür aber mit jeder Menge Spaß als kleine Familie die ganze Welt entdecken kann. Eine von Janinas ersten Erkenntnissen: manchen Dingen muss man keine ganz so große Bedeutung mehr beimessen - z.B. dem regelmäßigen Hände waschen.

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